Gurkenanbau im Gartengewächshaus oder im Folientunnel – wie pflanzt man richtig?
Der Anbau von Gurken im Gartengewächshaus oder im Folientunnel gehört zu den sichersten Methoden, um kräftige, gesunde und schmackhafte Früchte zu ernten. Unter solchen Bedingungen lässt sich Wärme und Luftfeuchtigkeit leichter kontrollieren und die Pflanzen sind besser vor Krankheiten und Spätfrösten geschützt. Die Gurke gehört zu den wärmeliebenden Kulturen, die kühle Nächte und starke Temperaturschwankungen nur schlecht vertragen. Deshalb lohnt es sich, ihr ein möglichst stabiles Wachstumsumfeld zu bieten. Sowohl Gartengewächshauser als auch Folientunnel ermöglichen einen planbaren und ertragreichen Anbau.
Welche Bedingungen sind ideal für den Gurkenanbau?
Um reiche Erträge zu erzielen, sind ein geeignetes Substrat, die richtige Temperatur und eine durchdachte Bewässerung entscheidend. Gurken benötigen einen humusreichen, lockeren und gut durchlässigen Boden. Am besten eignet sich leicht feuchte, aber nicht nasse Erde – überschüssiges Wasser sollte gut abfließen können, damit das Wurzelsystem nicht zu faulen beginnt.
Die optimale Temperatur für das Wachstum liegt tagsüber bei 22–27 °C, nachts sollten mindestens 17 °C herrschen. Sinkt die Temperatur unter 12 °C, wird die Entwicklung der Gurken deutlich gebremst. Gleichzeitig sind anhaltende Hitzeperioden über 35 °C schädlich – dann sollte das Gartengewächshaus leicht beschattet werden, z. B. mit perforierter Folie, und regelmäßig gelüftet werden.
Eine hohe Luftfeuchtigkeit fördert zwar das Wachstum, doch zu viel Wasserdampf erhöht das Risiko von Pilzkrankheiten. Deshalb ist ein Gleichgewicht zwischen Bewässerung und Belüftung so wichtig. Am besten gießt man Gurken morgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen können.
Wie bereitet man Gurkenjungpflanzen (Setzlinge) vor?
Gurkenpflanzen können zu Hause oder in einem beheizten Frühbeet etwa drei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen vorgezogen werden. Zur Aussaat verwendet man Töpfe mit 8–10 cm Durchmesser, die mit einer leichten, humusreichen Erde gefüllt sind. Die Samen werden etwa 2 cm tief gesät und leicht mit Substrat bedeckt.
Während der Keimung sollte die Temperatur bei 25–28 °C liegen. Nach dem Auflaufen der Pflanzen senkt man sie auf etwa 20 °C, damit die Keimlinge nicht vergeilen. Sobald die ersten richtigen Laubblätter erscheinen, beginnt man mit dem Abhärten – die Pflanzen werden für einige Tage nach draußen gestellt, die Temperatur leicht gesenkt und das Gießen etwas eingeschränkt. Gut entwickelte Jungpflanzen sind kompakt, haben dunkelgrüne Blätter und ein kräftiges Wurzelsystem.
Wann sollten Gurken ins Gewächshaus oder in den Folientunnel gepflanzt werden?
Sowohl im Gartengewächshaus als auch im Folientunnel wird erst dann gepflanzt, wenn der Boden eine Temperatur von mindestens 18 °C erreicht hat. Ein zu frühes Auspflanzen kann zu Wachstumsstillstand oder sogar zum Absterben der Pflanzen führen. Ideal ist ein warmer, windstiller Tag, wobei zwischen den Pflanzen Abstände von 40–50 cm eingehalten werden sollten.
Die Pflanzlöcher können mit gut verrottetem Kompost oder einer kleinen Menge mineralischer Dünger mit Kalium und Phosphor angereichert werden. Nach dem Einsetzen werden die Pflanzen gründlich angegossen und mit einer dünnen Schicht Stroh oder Torfmulch bedeckt, um die Feuchtigkeit im Wurzelbereich zu halten.

Wie pflegt man junge Pflanzen?
Junge Gurkenpflanzen reagieren sehr empfindlich auf Kälte und Temperaturwechsel, daher sind die ersten Tage nach dem Auspflanzen entscheidend. Es lohnt sich zu kontrollieren, ob die Blätter nicht schlapp werden – das ist ein Zeichen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Gartengewächshaus zu niedrig ist oder das Substrat ausgetrocknet ist. Regelmäßiges, maßvolles Gießen sowie das Lüften des Gewächshauses helfen, das Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit und Sauerstoff im Boden zu halten.
Sobald die Pflanzen kräftiger sind, kann mit der vertikalen Kultur begonnen werden. Die Triebe werden an Schnüren oder einem Netz befestigt, das an der Konstruktion Gartengewächshaused oder des Folientunnels fixiert ist. So bekommen die Pflanzen mehr Licht und die Ernte wird deutlich erleichtert. Die vertikale Kultur verringert außerdem das Risiko von Blattkrankheiten und erleichtert die Kontrolle auf mögliche Probleme, z. B. das Auftreten von Blattläusen oder anderen Gurkenschädlingen.
Wohin pflanzen – Gartengewächshaus oder Folientunnel?
Die Entscheidung zwischen Gartengewächshaus und Folientunnel hängt vom Zweck des Anbaus und von den technischen Möglichkeiten im Garten ab. Wer eine langfristige Produktion plant, sollte auf eine stabile, dauerhafte Konstruktion setzen, wie sie Polycarbonat-Gewächshäuser bieten. Diese sorgen für eine bessere Wärmeisolierung, gleichmäßige Lichtverteilung und stabile Luftfeuchtigkeit – das wirkt sich direkt auf ein gesundes Wachstum und regelmäßige Erträge aus.
Folientunnel sind dagegen einfacher und kostengünstiger, aber empfindlicher gegenüber Wind und Temperaturschwankungen. In einem unbeheizten Folientunnel kann mit dem Anbau begonnen werden, sobald die Spätfröste vorüber sind, meist Ende April oder Anfang Mai. Dann lohnt es sich, Vliesabdeckungen einzusetzen, die nachts die Wärme im Inneren halten. Außerdem bewährt sich eine Mulchschicht aus Stroh oder Rinde, um die Verdunstung zu reduzieren und die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten.
Für kleinere Grundstücke oder Balkone sind Mini-Gewächshäuser für den Garten eine gute Lösung, in denen man Freilandgurken in Kästen oder größeren Gefäßen kultivieren kann. In jedem Fall kommt es darauf an, den Pflanzen eine passende Temperatur und eine gleichmäßige Sonnenbestrahlung zu sichern.
Wie führt und pflegt man Gurken im Gewächshaus?
Sobald sich die Jungpflanzen etabliert haben, beginnt man mit deren Formierung. Die vertikale Kultur ist am weitesten verbreitet – die Triebe werden an Schnüre gebunden, die zur Dachkonstruktion des Gartengewächshaus geführt werden. Diese Anbauweise sorgt für optimale Lichtausnutzung, eine bessere Luftzirkulation und reduziert das Risiko von Krankheiten.
Gurken bilden sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Bei partenokarpen Sorten ist keine Bestäubung notwendig, andere Sorten müssen dagegen, z. B. durch Insekten, bestäubt werden. In geschlossenen Gartengewächshausern unterstützt man die Bestäubung manchmal durch manuelles Übertragen des Pollens oder durch intensiveres Lüften, damit sich der Pollen besser verteilen kann.
Zur regelmäßigen Pflege gehören vor allem:
- das Entfernen der unteren Blätter, die den Boden berühren (reduziert das Krankheitsrisiko),
- das Auslichten zu dichter Seitentriebe,
- regelmäßiges Gießen mit temperiertem Wasser, möglichst morgens,
- Lüften, sobald die Temperatur über 28 °C steigt,
- Kontrolle der Pflanzen auf Blattläuse und andere Schädlinge.
Wie gießt und düngt man Gurken?
Die richtige Wasserversorgung ist der Schlüssel zu gesunden Pflanzen. Gurken sollten regelmäßig, aber nicht übermäßig gegossen werden. Zu trockener Boden führt zu verformten Früchten, zu viel Wasser begünstigt dagegen Krankheiten. Das Gießwasser sollte möglichst die gleiche Temperatur wie die Umgebung haben – kaltes Wasser verursacht Temperaturstress und mindert den Ertrag.
Grundregeln der Bewässerung:
- bei Hitze täglich gießen, jedoch in moderaten Mengen,
- an kühleren Tagen alle 2–3 Tage gießen,
- nicht über die Blätter gießen,
- Mulch verwenden, um die Verdunstung zu verringern,
- nur im Wurzelbereich gießen.
Auch die Nährstoffversorgung sollte ausgewogen sein. Ein Zuviel an Dünger, insbesondere Stickstoff, führt zu übermäßigem Blattwachstum auf Kosten der Früchte. In der Anfangsphase des Wachstums benötigen die Pflanzen vor allem Phosphor und Kalium, Stickstoff wird erst nach der Blüte in moderaten Mengen gegeben. Geeignet sind mineralische Volldünger mit Spurenelementen oder gut verrotteter Kompost, der gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessert.
Welche Gurkensorten lohnen sich?
Am besten eignen sich Sorten, die gegenüber Krankheiten und wechselnden Umweltbedingungen widerstandsfähig sind. Empfehlenswert sind vor allem Typen, die resistent gegen Falschen Mehltau, das Gurkenmosaikvirus oder Anthraknose sind. So lassen sich Krankheiten vorbeugen und der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich reduzieren.
Unter polnischen (und generell mitteleuropäischen) Bedingungen bewähren sich besonders partenokarpe Gurkensorten, die keine Bestäubung benötigen – so lassen sich auch in geschlossenen Gartengewächshausern oder Folientunneln hohe Erträge erzielen.
Wie beugt man Krankheiten und Schädlingen vor?
Die häufigsten Probleme im Gartengewächshaus sind Falscher Mehltau, Spinnmilben und Blattläuse. Befallene Blätter vergilben und trocknen schließlich ein. Um dem vorzubeugen, sollte man:
- für eine moderate Luftfeuchtigkeit sorgen,
- das Gewächshaus regelmäßig lüften,
- Kondenswasser auf den Blättern vermeiden,
- Pflanzenreste nach der Ernte gründlich entfernen,
- Gurken mit ausreichenden Pflanzabständen setzen.
Zusätzlich können natürliche Pflanzenstärkungsmittel wie Brennnessel- oder Knoblauchauszüge eingesetzt werden, die den Schädlingsdruck deutlich vermindern.
Welche Substrate und Techniken nutzt man im modernen Anbau?
In größeren Betrieben kommen zunehmend substratbasierte Systeme zum Einsatz – z. B. Kokos, Torf oder Steinwolle. Diese Technologien sind ideal, wenn es auf Sauberkeit, präzise Nährstoffzufuhr und die Minimierung von bodenbürtigen Krankheiten ankommt.
In Hobby- Gartengewächshausern und Folientunneln bewährt sich dagegen der Anbau in natürlicher Erde. Regelmäßiges Lockern und Mulchen sind die einfachsten Maßnahmen, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen und kräftige Gurken zu ernten, die weitgehend ökologisch gezogen wurden.
Warum lohnt sich der Gurkenanbau unter Glas oder Folie?
Wer sich für ein Gartengewächshaus oder einen Folientunnel entscheidet, kann die Vegetationsperiode um mehrere Monate verlängern. Die ersten Gurken aus dem Folientunnel gibt es oft schon im Mai, und Gewächshausgurken reifen gleichmäßig, sodass sie nicht täglich geerntet werden müssen. Das ist ideal für alle, die frisches, gesundes Gemüse aus eigenem Anbau ohne übermäßigen Chemieeinsatz haben möchten.
Gurken sind außerdem dankbare Pflanzen für Hobbygärtner – selbst wenige Pflanzen liefern viele Früchte, die sich sowohl frisch verzehren als auch zu Einlegegurken und anderen Konserven verarbeiten lassen.
FAQ – häufig gestellte Fragen
Kann man Freilandgurken im Gewächshaus anbauen?
Ja, das ist möglich. Man sollte allerdings Sorten wählen, die hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit gut vertragen. Freilandgurken im Gartengewächshaus reifen früher, benötigen aber eine besonders sorgfältige Belüftung.
Wie oft muss man Gurken im Folientunnel gießen?
Im Sommer oft täglich, jedoch in kleinen Mengen. An kühleren Tagen reicht es, alle 2–3 Tage zu gießen – wichtig ist eine regelmäßige Bewässerung mit temperiertem Wasser.
Wie pflegt man Gurken unter Folie?
Man sollte ständig Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren, kranke Blätter entfernen, die Pflanzen an Schnüren oder Netzen führen und eine zu starke Verdichtung des Bestandes vermeiden. All dies gilt sowohl für Folientunnel als auch für kleine Gartengewächshauser.
Soll man Gurkenblätter im Gewächshaus entfernen?
Ja, die unteren Blätter sollten entfernt werden, sobald sie zu vergilben beginnen. So verbessert man die Luftzirkulation und verringert das Infektionsrisiko.
Womit gießt man am besten, um gute Erträge zu erzielen?
Ideal ist abgestandenes, warmes Wasser, bei Bedarf mit der Zugabe von Biohumus oder Kompostextrakt. Kaltes Wasser führt zu Stress und damit zu schwächerer Blüte und schlechterem Fruchtansatz.
Was sollte man in den Boden einbringen, damit Gurken gut wachsen?
Eine Schicht aus Kompost, Torf oder gut verrottetem Mist versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen und hält die Feuchtigkeit im Wurzelbereich. So schafft man die ideale Basis für gesunde Gurken im Gartengewächshaus, im Folientunnel oder in Mini-Gewächshäusern für den Garten.